Die Bundesrepublik Deutschland im Jahre 201x
Letzte Nacht, subtropische Temperaturen, unruhiger Schlaf, immer wieder kurze Alpträume, die sich am Morgen zu einem Ganzen zusammenfügen.
Beim Frühstück beschließe ich meine noch wirren Gedanken in klare Strukturen und Worte zu gleiten, aber es wird erst spät am Abend an diesem Tag, bis ich dazu kommen werde.
Nachdem im Jahre 2009 angefangen wurde die Regeln für den Umgang mit Informationen aus dem Internet und anderen Medien Stück für Stück zu verschärfen und am Ende anstelle eines funktionierenden Jugenschutzes eine Internetzensur herauskam, war es nur noch ein kleiner Schritt bis sich in Deutschland eine noch größere Wende ankündigte als 1989.
Dass Staaten Schulden machen ist heute kein Geheimnis mehr, und wie in der freien Wirtschaft auch, liegen diese bei anderen Banken oder Staaten.
Was lag also näher, als diese "Schuldscheine" nach und nach aufzukaufen? Richtig: Nichts.
So begann ein kleines Reich im Morgenland mit ganz vielen emsigen - aber ebenso der Meinungs- und Informationsfreiheit beraubten - Menschen, geblendet von den Versprechungen ihrer Häuptlinge Spitzenpolitiker, sich mit der Thematik Expansion und Schuldscheine auseinander zu setzen.
Da dieses Reich sich im 21. Jahrhundert rasch vergrößerte und den Weltmarkt ordentlich leerkaufte um aus den gekauften Waren und Rohstoffen billige (zumeist) Imitate europäischer Ingenieurskunst herzustellen. Damit überschwemmten sie den Markt und verdienten noch mehr.
Nur wohin mit dem vielen Geld? Ganz klar, noch mehr Websperren, Hightech-Abhörgeräte für Mobiltelefone und Satelliten.
Aber der größte Coup war der Aufkauf der "Schuldscheine" anderer Staaten - vornehmlich Eines - der Bundesrepublik Deutschland.
Die Oberdenker in dem kommunistischen Land dachten sich wohl, wenn wir die Ingenieure samt Staat haben, arbeiten die ja für uns, und wir stellen somit auf einen Schlag Originale und keine Imitate mehr her.
Gesagt getan, kurz in die Hände gespuckt, und die Karawane zog vom Morgenland ins Abendland und hinterließ am alten Flecken nur verbrannte Erde, aber ein freies Tibet.
Dafür fielen Sie in Deutschland ein. Es dauerte nicht allzu lange bis die ersten richtig großen Änderungen anstanden. Man hatte sich zwar geeinigt, dass alles so bleiben sollte wie es bisher war: Fahne, Staatsname und Städtenamen.
Aber der Kommunist an sich ist ja nicht dumm und lernt schnell die Gesetze der freien Wirtschaft. Dort heißt es auch immer: Es bleibt alles beim Alten - ihre Arbeitsplätze sind sicher. (Wie zuletzt bei Porsche - warten wir es ab)

Also begannen die Städteplaner die Städte umzubauen und vorallem, man benannte sie nun doch um.
Als ein kleines Entgegenkommen an die alten Gründungsväter entwarf man eine neue Fahne, welche die alten Farben Deutschlands in dezenter Art und Weise aufgreift. Der Bundesadler wurde ebenfalls übernommen, als Zeichen dafür, dass ein Adler aus großer Entfernung seine Beute ausmachen kann, sich langsam aber zielsicher an diese - trotz Sonne im Rücken - anschleichen bzw. anfliegen kann, um dann blitzschnell zuzuschlagen, bevor die Beute auch nur einen Fluchtversuch unternehmen kann.
Soweit meine Träume. Vielleicht sollte ich abends die Pillen wechseln oder einfach nicht mehr soviele Nachrichten im TV sehen, welche nur noch von diesen Themen handeln. Mich verfolgen nachts schon Stoppschilder. Anfangs dachte ich immer noch, was will der Pizzabäcker hinter mir mit seinem Pizzablech? Bis ich erkennen musste, dass es Stoppschilder sind, mit denen aufgeregte Was-Weiß-Ich-Was-Alles-Beschützer herumwedelten. Ihr könnt euch vorstellen, ich bin schweißgebadet und schreiend aufgewacht.
Lest schnell diese Seite und verkündet nicht minder hurtig von dieser, bevor ihr auch hier auf das ominöse Stoppschild treffen werdet ...






